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Kosten und Auswahl7 Min. Lesezeit

Provisionskosten berechnen: Was Lieferando und Wolt dich pro Monat kosten

Ein Provisionscheck ist keine Prognose, aber er macht Größenordnungen sichtbar. Du brauchst dafür vier Zahlen: Bestellungen pro Monat, durchschnittlichen Bestellwert, deinen Provisionssatz aus dem Vertrag und den Anteil, den du realistisch in Direktbestellungen verlagern kannst. Diese Anleitung zeigt die Formel, eine klar gekennzeichnete Beispielrechnung und die Kosten, die du dagegenrechnen musst.

In diesem Beitrag

Wie berechnest du deine monatlichen Provisionskosten?

Deine monatlichen Provisionskosten sind Bestellungen pro Monat mal durchschnittlicher Bestellwert mal Provisionssatz. Das Ergebnis zeigt, wie viel Umsatz jeden Monat an den Marktplatz geht, bevor Wareneinsatz, Personal und Miete bezahlt sind.

  • Umsatz über den Marktplatz = Bestellungen pro Monat × durchschnittlicher Bestellwert
  • Provision pro Monat = Umsatz über den Marktplatz × Provisionssatz
  • Provision pro Bestellung = Provision pro Monat ÷ Bestellungen pro Monat
  • Provision pro Jahr = Provision pro Monat × 12

Rechne für jeden Marktplatz getrennt, wenn du mehrere nutzt. Unterschiedliche Sätze und Liefermodelle ergeben sonst einen Mittelwert, der zu keinem Vertrag passt.

Welche Zahlen brauchst du für die Rechnung?

Du brauchst die Bestellzahl, den durchschnittlichen Bestellwert und den Provisionssatz je Marktplatz, am besten aus den Abrechnungen der letzten drei Monate. Ein einzelner Monat kann durch Ferien, Wetter oder Aktionen verzerrt sein.

  • Bestellungen pro Monat je Kanal: Marktplatz, Telefon, Website, QR-Code, Laufkundschaft.
  • Durchschnittlicher Bestellwert: Umsatz des Kanals geteilt durch die Zahl der Bestellungen.
  • Berechnungsgrundlage: ob die Provision auf den Warenwert oder auch auf Liefergebühren berechnet wird, steht in deinem Vertrag.
  • Zusätzliche Gebühren je Bestellung oder für Werbeplätze, getrennt von der Provision.
  • Liefermodell: ob du selbst lieferst oder der Marktplatz die Lieferung übernimmt.

Zähle auch die Bestellungen, die schon heute direkt kommen. Sie zeigen dir, wie groß dein Stammgästeanteil ist und wie realistisch eine Verlagerung ist.

Woher bekommst du den richtigen Provisionssatz?

Den richtigen Provisionssatz findest du in deinem Vertrag oder in deiner letzten Abrechnung, nicht in Presseberichten oder Durchschnittswerten. Wolt schreibt auf seiner Seite für Restaurants, dass es eine Provision auf die Bestellungen berechnet, die über die Wolt-Plattform eingehen, und dass keine Anmeldegebühr anfällt; einen Prozentsatz nennt die Seite nicht (abgerufen am 11. Oktober 2026).[1]

Auch für Lieferando setzt du den Satz aus deinem Vertrag ein. Wenn dein Vertrag je nach Liefermodell unterschiedliche Sätze nennt, rechne die Modelle getrennt.

Prüfe außerdem, ob dein Satz netto oder brutto gemeint ist. Die Wolt-FAQ für Deutschland schreibt, dass alle Leistungen 19 % Mehrwertsteuer enthalten, die bei der Auszahlungsberechnung berücksichtigt wird. Wie sich das bei dir steuerlich auswirkt, klärst du mit deiner Steuerberatung.[2]

Beispielrechnung: Was kosten 400 Marktplatzbestellungen im Monat?

In dieser Beispielrechnung kosten 400 Marktplatzbestellungen im Monat bei 25 Euro Bestellwert und einem angenommenen Satz von 15 % rund 1.500 Euro Provision im Monat. Alle Zahlen sind frei gewählte Annahmen für die Rechnung. Sie sind kein veröffentlichter Satz von Lieferando oder Wolt und keine Aussage über dein Restaurant.

Beispielrechnung mit angenommenen Zahlen
PositionRechnungErgebnis
Marktplatzbestellungen pro MonatAnnahme400
Durchschnittlicher BestellwertAnnahme25,00 €
Umsatz über den Marktplatz400 × 25,00 €10.000,00 €
ProvisionssatzAnnahme für das Beispiel15 %
Provision pro Monat10.000,00 € × 15 %1.500,00 €
Provision pro Bestellung1.500,00 € ÷ 4003,75 €
Provision pro Jahr1.500,00 € × 1218.000,00 €

Ist der angenommene Satz ein Nettosatz, kommt in diesem Beispiel die Umsatzsteuer auf die Provision hinzu: 1.500 Euro mal 19 % ergeben 285 Euro, zusammen 1.785 Euro im Monat. Ob und wie du diese Steuer verrechnen kannst, hängt von deiner Situation ab.[2]

Wie viel Provision fällt weg, wenn Gäste direkt bestellen?

Für jede Bestellung, die statt über den Marktplatz direkt bei dir eingeht, fällt im Beispiel die Provision von 3,75 Euro weg. Wie viel das im Monat ausmacht, hängt davon ab, welchen Anteil du verlagerst. Rechne deshalb mit mehreren Szenarien.

Szenarien zur Beispielrechnung (400 Bestellungen, 3,75 € Provision je Bestellung)
DirektanteilVerlagerte Bestellungen pro MonatWegfallende Provision pro MonatWegfallende Provision pro Jahr
10 %40150,00 €1.800,00 €
20 %80300,00 €3.600,00 €
30 %120450,00 €5.400,00 €

Nicht jede Bestellung wandert in deinen eigenen Kanal. Stammgäste, Abholer und Gäste aus der Nachbarschaft sind meist der beste Startpunkt, weil sie dich schon kennen. Neue Gäste finden dich weiterhin oft über den Marktplatz.

Welche Kosten musst du gegen die gesparte Provision rechnen?

Gegen die wegfallende Provision rechnest du alle Kosten des Direktkanals: den Preis der Bestellsoftware, Gebühren deines Zahlungsanbieters für Kartenzahlungen, Drucksachen, Geräte und die Zeit für Pflege. Direktbestellung ist kein Kanal ohne Kosten.

  • Preis der Bestellsoftware: bei OrderKick ein fester Monatspreis mit 0 % Provision, die aktuellen Preise stehen auf der Preisseite.
  • Kartengebühren: fallen bei deinem Zahlungsanbieter an, wenn Gäste mit Karte zahlen.
  • Geräte: Tablet oder Handy für die Bestellannahme, gegebenenfalls ein Bondrucker.
  • Werbung für den eigenen Kanal: Flyer, QR-Codes, Gutscheine für die erste Direktbestellung.
  • Lieferung: Wenn bisher der Marktplatz geliefert hat, brauchst du für Direktbestellungen eigene Lieferung oder bietest nur Abholung an.

Quellen:[4]

Die Schwelle, ab der sich der Direktkanal trägt, rechnest du so: zusätzliche Monatskosten geteilt durch die Provision pro Bestellung. Im Beispiel teilst du deine zusätzlichen Monatskosten durch 3,75 Euro und erhältst die Zahl der Direktbestellungen, die du dafür im Monat brauchst.

Wie rechnest du das mit dem Provisionsrechner nach?

Mit dem OrderKick-Provisionsrechner trägst du deine Bestellungen pro Monat, den durchschnittlichen Bestellwert, deinen Provisionssatz und den Anteil künftiger Direktbestellungen ein. Der Rechner zeigt die Provision im Monat, im Jahr und je Bestellung sowie die Provision, die bei deinem Szenario wegfällt.[3]

Setze im Rechner deinen Vertragssatz ohne Zahlungsgebühren ein. Das Ergebnis ist ein Beispiel mit deinen Eingaben und keine Prognose; Zahlungsgebühren, Geräte und Steuern rechnest du dazu.[3]

Solltest du den Marktplatz ganz verlassen?

Für die meisten Restaurants ist ein vollständiger Ausstieg nicht die erste Frage, sondern welche Gäste du direkt erreichen kannst. Marktplätze bringen Reichweite bei Gästen, die dich noch nicht kennen. Ein eigener Bestellkanal lohnt sich vor allem für Gäste, die schon wiederkommen.

Ein Bestellsystem wie OrderKick bringt keine Marktplatzreichweite mit. Es gibt dir einen Bestelllink, einen Website-Button, QR-Codes und Flyer, mit denen du Stammgäste auf deine eigene Bestellseite holst.[4]

OrderKick-Bestellübersicht mit eingegangenen Beispielbestellungen.
Originalaufnahme aus der OrderKick-Demo mit Beispieldaten. Originalgröße ansehen ↗

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Lieferando- oder Wolt-Provision pro Monat?

Multipliziere deine Bestellungen pro Monat mit dem durchschnittlichen Bestellwert und deinem Provisionssatz aus dem Vertrag. Beispiel mit angenommenen Zahlen: 400 Bestellungen × 25 € × 15 % = 1.500 € im Monat.

Wie hoch ist die Provision bei Wolt?

Wolt nennt auf seiner Seite für Restaurants keinen Prozentsatz, sondern schreibt, dass eine Provision auf die Bestellungen über die Plattform anfällt (Stand Oktober 2026). Nimm den Satz aus deinem Vertrag oder deiner Abrechnung.

Ist die Provision netto oder brutto?

Das steht in deinem Vertrag. Laut Wolt-FAQ enthalten alle Leistungen in Deutschland 19 % Mehrwertsteuer. Kläre die steuerliche Behandlung mit deiner Steuerberatung.

Wie viel spare ich mit Direktbestellungen?

Pro verlagerter Bestellung fällt die Provision weg, im Beispiel 3,75 €. Davon ziehst du die Kosten des Direktkanals ab: Software, Kartengebühren, Geräte, Werbung und gegebenenfalls eigene Lieferung.

Gibt es einen Rechner dafür?

Ja, der OrderKick-Provisionsrechner unter /de/provisionsrechner rechnet mit deinen Bestellungen, deinem Bestellwert, deinem Satz und deinem Direktanteil. Das Ergebnis ist ein Beispiel, keine Prognose.

Quellen & Recherche

Die OrderKick-Redaktion veröffentlicht diesen Beitrag aus Anbieterperspektive. Wettbewerberangaben stammen aus den verlinkten Primärquellen. Preise und Verfügbarkeit wurden zum genannten Stand recherchiert; die fremden Systeme wurden dafür nicht im Restaurantbetrieb getestet.

  1. Wolt: Seite für Restaurantpartner in Deutschland ↗Abgerufen am
  2. Wolt: FAQ für Partner in Deutschland (Mehrwertsteuer und Auszahlung) ↗Abgerufen am
  3. OrderKick: Provisionsrechner für Restaurants ↗Abgerufen am
  4. OrderKick: Preise ↗Abgerufen am

Rechne mit deinen eigenen Zahlen weiter

In der Demo gehen wir deine Provisionsrechnung durch und zeigen dir die Bestellseite, über die Stammgäste direkt bestellen.

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